Auf meine Einladung hinkam der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, nach Dielheim, um über die Themen Teilhabe und Inklusion zu sprechen.
Im Balzfelder Lummerland ging es gemeinsam mit dem Sozialdezernenten des Rhein-Neckar-Kreises, Fabian Scheffczyk, und Hermine Bludovsky und ihrer Assistenz Doreen Burckhart darum, wie Inklusion politisch weiter gefördert werden kann. Die Teilnehmenden besprachen vor welchen Herausforderungen Sozialämter und Kommunen vor Ort stehen und was echte Teilhabe möglich macht.
Hermine Bludovsky und ihre Assistenz Doreen Burckhart berichteten darüber, wie anspruchsvoll der Schulalltag für Menschen mit Autismus sein kann und wie wertvoll es ist, wenn Schulen die Teilhabe junger Menschen mit Behinderungen aktiv unterstützen. Mit der Hilfe ihrer Eltern, Frau Burckhart und ihrer Schule konnte Hermine Bludovsky ihr Abitur erfolgreich abschließen.
Fabian Scheffczyk richtete den Blick auf die Frage, wie Inklusion in Zukunft gestaltet werden kann. „Angesichts steigender Fallzahlen und steigender Ausgaben kann ein ‚Weiter so‘ nicht funktionieren“, so der Sozialdezernent. „Wir müssen das Vertrauen zwischen Leistungserbringern und Leistungsträgern stärken.“
In den letzten Jahren sind die Kosten stark gestiegen. Das trifft die kommunale Ebene, wo auch bei uns im Wahlkreis schon Musikschulen geschlossen und Brunnen abgeschaltet werden. Manche wollen nun das Rad einfach zurückdrehen. Doch die Behindertenrechtskonvention gilt. Wir wollen Inklusion, Teilhabe für alle. Ich finde, dass Diskussionen, in denen wir Menschen nur als Kostenfaktor betrachten, schlimm sind.
Das bekräftigte auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel: „Wenn Menschen mit Behinderungen Zugang zu allen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens hätten und nicht ständig auf Barrieren stießen, würden die Kosten der Eingliederungshilfe deutlich geringer ausfallen. Deshalb sollten wir nicht nur darüber sprechen, welche Leistungen zurückgefahren werden können“, so Dusel.
„Vielmehr sollten wir die Bürokratie abbauen und smarter machen und dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderungen mehr Chancen erhalten, zum Beispiel, indem sie leichter von Werkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln können.“
Danke an alle Beteiligten für den offenen Austausch und den Einblick in die unterschiedlichen Perspektiven.

