Berliner Zeilen vom 25. September 2026

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freundinnen und Freunde,

die Hochrechnungen der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin und die Ansprache des Bundeskanzlers habe ich auf einem Umstiegsbahnhof verfolgt. Und nachdem jetzt auch ein paar Mal das meiste funktioniert hat, hier wieder das Übliche: Der Zug hat am Ende nicht die angekündigten 14, sondern 50 Minuten Verspätung. Der Aufzug zum Ausgang: defekt. Das WC: Schranke, defekt. Das Gebäude in Teilen verhängt: Baustelle. Vor dem Gebäude viel Dreck. Ich mag eine Minderheit sein, aber es stinkt mir zu sehr nach Cannabis.

Ja, dieses „Stadtbild“ mag ich auch nicht, ohne Gruppen dafür verantwortlich zu machen, denn die öffentliche Verwahrlosung war zuerst da. Wen soll man an solchen Verunsicherung auslösenden Orten motivieren, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Frauen? In der Nacht? Früher waren Bahnhöfe das Eintrittstor, wo man sich den Ankommenden von der besten Seite zeigte. Heute: Entlang der Bahngleise die immergleiche, pseudo-klinkertriefende Bahnhofsarchitektur, die einen eigenen Straftatbestand ausmachen sollte. Von der eigentlich wunderschönen ehemaligen Freien Reichsstadt ahnt man hier nichts.

Wenn wir jetzt alle einstimmen und uns unsere Geschichten erzählen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Stimmung im Land bröckelt. Deshalb verzichte ich auch meistens darauf. Von „früher“ wollte ich erst recht nichts schreiben, das ist ein ganz elender Chor, schließlich geht das Leben nur nach vorne. Doch heute schreibe ich das, weil allein dieses Material zeigt, wie einfach es wäre, die Sache umzudrehen. Nicht von jetzt auf gleich, aber als klares Projekt. Und nicht als Politik alleine, sondern mit allen, die guten Willens sind.

Geben wir dem Land seinen Stolz zurück. Bringen wir die Infrastruktur endlich in Ordnung. Wir haben mit dem Sondervermögen damit begonnen. Und diese Woche hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages darüber entschieden, welche Schwimmbäder im Land wir mit insgesamt 250 Millionen Euro bei der Sanierung und Modernisierung unterstützen. Ich freue mich sehr, dass in diesem Rahmen auch mehr als 3,7 Millionen Euro in meinen Wahlkreis und meinen Betreuungswahlkreis fließen und meine Unterstützung der Förderanträge erfolgreich war. Schwimmbäder stehen für Freizeitspaß und Erholung, für Gesundheitsprävention und Fitness. Sie sind aber vor allem auch wichtige Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Das Hallen- und Freibad in Eberbach ist nicht nur für die Stadt, sondern für die gesamte Region von Bedeutung, damit auch diejenigen, die sich keine großen Urlaube leisten können, bei uns daheim gute Freizeitmöglichkeiten finden. Den Ersatzneubau vor Ort unterstützen wir mit 3 Millionen Euro. Knapp 500.000 Euro fließen nach Neckarbischofsheim, wo nun das Hallenbad saniert werden kann: Es stellt gerade in den Wintermonaten sicher, dass Schwimmunterricht verlässlich stattfinden kann. Und auch das Umpfertalbad in Boxberg kann mit Mitteln vom Bund modernisiert und eine Anlaufstelle für Vereine und Schwimmbegeisterte bleiben. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Kommunen ist die Sanierung von Sportstätten eine enorme Herausforderung. Deshalb ist es wichtig und ein gutes Zeichen, dass wir die Kommunen bei solchen Vorhaben nicht allein lassen.

Und auch: Machen wir unser Deutschland schöner. Die Schwetzinger Höfe, die ich letzte Woche besichtigen durfte, sind ein Beispiel dafür, dass das geht. Oder: Machen wir unser Deutschland wieder schlauer. Warum waren wir nicht vorbereitet, als die völlig erwartbaren PISA-Studienergebnisse kamen? Tag danach: Pressekonferenz. Vorstellung einer nationalen Bildungsallianz, die sich zum nachprüfbaren Ziel setzt, innerhalb von zehn Jahren von den hinteren Plätzen wieder ins obere Mittelfeld vorzustoßen. Mindestens.

Und bei allem: Entmündigen wir die Leute nicht. Auch ein Tankrabatt sollte mit der Aufforderung verbunden werden, das Mögliche zu tun, auch Benzin zu sparen. Ich rede nicht von den Pendlerinnen und Pendlern, die so früh rausmüssen, dass kein Bus fährt.

Es braucht Ideen. Die gibt es. Es braucht Zug und kein Gelaber. Wieder voran reicht nicht. Sagen wir: wohin und laden zur Mitgestaltung ein.
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Herzliche Grüße
Ihr/Euer Lars Castellucci

Termine

  • Samstag, 26. September, 9.00 Uhr: Herbsttagung der DGS, Frankfurt
  • Samstag, 26. September, 13.00 Uhr: Austausch in der Villa Gründergeist, Frankfurt
  • Montag, 28. September – Freitag, 2. Oktober: UN-Generalversammlung, New York
  • Freitag, 2. Oktober, 15.45 Uhr: Gespräch „Hab Mut und steh auf“, Lange Nacht der Demokratie, Georgi-Marktplatz, Leimen
  • Freitag, 2. Oktober, 19.00 Uhr: „Lange Nacht der Demokratie – 10 Jahre HERZ statt HETZE“, Abt-Bessel-Realschule, Buchen
  • Samstag, 3. Oktober, 11.00 – 20.00 Uhr: „Fest zum Tag der Deutschen Einheit“ der SPD-Sandhausen, Legé-Cap-Ferret-Platz, Sandhausen
  • Montag, 5. Oktober – Mittwoch, 7. Oktober: Civil Society Forum of the Western Balkans, Pristina
  • Mittwoch, 7. Oktober – Donnerstag, 8. Oktober: OSZE Warsaw Human Dimension Conference, Warschau